Ausstellungen / Presse

   


Lars Wiggert - Kopf des Monats

Lars Wiggert kam 1966 auf Sylt zur Welt. Als Jugendlicher machte er den Fischereischein und bewirtschaftete über mehrere Jahre eigene Reusen im Wattenmeer vor Rantum. Aufgwachsen bei Ebbe und Flut, mit Wind in den Haaren und Salzwasser auf der Haut. Naturerlebnisse an der Nordsee haben ihn geprägt. Mittlerweile lebt der Maler in Hamburg, doch der Bezug zur Insel Sylt ist geblieben. In Westerland, in einer Ausstellung in der Galerie der Nord-Ostsee Sparkasse, zeigt Wiggert nun neue Kunstwerke, in denen Landschaften zur Geltung kommen. Das Meer, Dünen, Priele und darüber Wolkengebilde in jeglicher Form. Es war mal zu lesen, dass Wiggerts meist menschenleere Naturstücke immer gleichzeitig Projektionsfläche seiner eigenen Befindlichkeit seien. Nachvollziehbar - und die künstlerischen Ergebnisse können nun wiederum Gefühle und Gedanken bei den Betrachtern auslösen. Der Landschaftsmaler ist immer wieder vom weiten Himmel und der Marsch in Nordfriesland fasziniert: "Wir alle kennen das erhebende Gefühl, das uns durchströmt, wenn wir am Wattenmeer stehen und meinen, mit unserem Blick den Horizont öffnen zu können", meint er.


Norddeutsche Rundschau, 6. Januar 2017


Galerie der Nord-Ostsee Sparkasse, Westerland:
Lars Wiggert - Ein Gefühl von Freiheit. Bis 03. April 2017.
Ab 20. Februar bis 24. Februar ist Lars Wiggert jeweils an den Nachmittagen persönlich in der Ausstellung anwesend.

Nord-Ostsee Sparkasse, Maybachstraße 2, Westerland.




"Ein Gefühl von Freiheit" - unter diesem Titel steht die aktuelle Ausstellung des gebürtigen Sylter Künstlers Lars Wiggert. Die Präsentation wurde am vergangenen Donnerstag in den Räumen der Nospa an der Maybachstraße eröffnet.


Frauke Zucker, Regionaldirektorin für Firmenkunden bei der Nospa in Westerland, eröffnete die Ausstellung des in Hamburg lebenden Landschaftsmalers. Zu den Gästen der Vernissage gehörte auch der Sylter Fotograf und Autor Hans Jessel (rechts), der zuvor seine Werke in der Galerie der Sparkasse präsentiert hatte. Die Ausstellung von Lars Wiggert ist noch bis zum 03. April 2017 in der Galerie der Sparkasse zu den üblichen Nospa-Öffnungszeiten zu besichtigen. An folgenden Terminen ist der Künstler persönlich in den Nachmittagsstunden in der Ausstellung anwesend: 20. bis 24. Februar 2017.

Heiko Wiegand
Sylter Spiegel, 14. Dezember 2016




Sylter Nachrichten, 11.6.2016



"Sylt wattseits" in der Galerie im Kaamp-Hüs in Kampen
 

 

 

 

  

Das Watt ist nicht nur für Naturliebhaber spannend: Auch der Sylter Landschaftsmaler Lars Wiggert widmet sich dieser einmaligen Naturlandschaft: Unter dem Titel "Sylt wattseits“ präsentiert er eine Bildserie, die sich ausschließlich der Wattseite der Insel widmet. Die Ausstellung mit den stimmungsvollen Motiven ist bis zum 29. November in der Galerie im Kaamp-Hüs zu sehen (WELT am SONNTAG, 11. Oktober 2015).  

   

  

 

 

 

Nordfrieslands farbenprächtige Weite

 

"Ich bin mit meinen Kindern gekommen", meinte Lars Wiggert und deutete fast liebevoll auf seine Werke: 26 Ölbilder schmücken die Räume in der Nordsee Akademie in Leck, erzählen von weitem Horizont, von Watt und Marsch und dem Wechselspiel des Wetters in der nordfriesischen Landschaft.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
 

Lars Wiggert ist gern in Nordfriesland. Das kommt nicht von ungefähr, denn er ist 1966 in Westerland geboren, wuchs dort auf. In Niebüll machte er sein Abitur und schrieb seinerzeit den Lehrern zu, dazu beigetragen zu haben, Werte zu vermitteln. Die Sache mit den Werten, überlegte Wiggert, habe ihn nicht mehr losgelassen. "Spiegelt nicht auch ein Maler, wenn er mit Hilfe von Farbe und Pinsel eine Landschaft auf die Leinwand bannt, darin seine Werte?" Diese seien zwar nicht sichtbar, aber dennoch in das gemalte Bild hineingeflossen.

Der Landschaftsmaler lebt heute in Hamburg. Und ihn fasziniert immer wieder der weite Himmel und die Marsch in Nordfriesland: Das seien heimatliche Gefilde für ihn. "Wir alle kennen das erhebende Gefühl, das uns durchströmt, wenn wir am Wattenmeer stehen und meinen, mit unserem Blick den Horizont öffnen zu können", sinnierte er. Man sei immer wieder ergriffen von der ganzen Regenbogenskala an Farben, die sich bei Ebbe in die Trübnis des Wattenmeeres mischt oder bei Flut den Blick in ein überwältigendes Farbenmeer eintaucht. Da kämen Gedanken an die Anfänge des Lebens im Meer auf, es dränge sich vielleicht auch Theodor Storms Gedicht "Meeresstrand" in den Sinn. Oder man meine, auf dem Deich den Dorfpolizisten Jens Ole Jepsen aus Siegfried Lenz' "Deutschstunde" zu erkennen, wie er mit seinem Fahrrad hart im Wind liegt. "Es sind Eindrücke dieser Art, die auch meine Freude am Malen begründen: Sie reichen vom Erlebnis der landschaftlichen Vielfalt über Fragen nach der eigenen Herkunft bis hin zu meiner Verantwortung als Teil einer langen Tradition der Landschaftsmalerei", sagte Wiggert.
 

 

Nun liegt es an dem Betrachter, eigene Eindrücke zu entdecken, in Gedanken einzutauchen in die nordfriesische Landschaft, sie bildlich wahrzunehmen. Wiggerts Bilder sind bis Ende September in der Akademie zu sehen. Ein Werk wird dauerhaft einen anderen Platz in den Räumen finden. Der Maler überreichte nämlich ein Gastgeschenk, dessen Ölfarbe fast noch nicht getrocknet war: den Blick in den Garten der Bildungseinrichtung.  

 

Karin Johannsen

Nordfriesland Tageblatt, 19.8.2015 

 

 

Die magische Faszination einer Zugreise

 

Lars Wiggert gehört zu den Insel-Malern, die im wahrsten Sinne des Wortes auf Sylt zu Hause sind. Der 1966 in Westerland geborene Künstler lebt heute in Hamburg. Von dort führen ihn seine Sehnsucht und seine Mal-Aktiviäten regelmäßig auf die Insel. Der Weg vom Hamburger Hafen an die Nordsee ist für ihn eine Bilderreise, eine stete Herausforderung, das Gesehene, "die Welten und Weiten" festzuhalten. Die Flüchtigkeit des Augenblicks reizt ihn dabei besonders. So war es nur eine Frage der Zeit, wann sich Wiggert den "Vorbei-Fahrt-Bildern" als Thema für eine neue Serie von Gemälden annehmen würde.  

 

Blick vom Altonaer Balkon auf die Elbe und den Köhlbrand

 

Im vergangenen Jahr begann der Maler die Impressionen von Landschaften, Gehöften und Gewässern, die in ihm auf der dreistündigen Zugfahrt oft das Gefühl aufkommen ließen, "den fahrenden Zug anhalten zu wollen", mit der Kamera festzuhalten. In seinem Atelier wurden die Fotografien zur Grund-, nicht aber zur Vorlage seiner Ölbilder, deren Reiz in einer fast flächigen Räumlichkeit liegt. Wiggert verleiht seinen Motiven oft etwas Magisches.

Peter Schnittgard, Bürgervorsteher der Gemeinde Sylt, fragte in seiner Rede zur Eröffnung der Ausstellung, "was ist es, was unsere Inseln, Halligen und die Nordseeküste so faszinierend macht? Der unverwechselbare Himmel, das Spiel der weißen Wolken im blauen Licht des Himmels? Der Seewind, das Wattenmeer, die Deiche und Dünen, die Marschwiesen, die Geest, die Brandung...? Oder sind es die typischen Zeichen, die die Westwinde, die Stürme hinterlassen?" Wiggerts Gemälde antworten darauf: Es ist das packend Geheimnisvolle dieser einmaligen Natur.

 

Michael Stitz
Sylter Nachrichten,
06.6.2014

 

 

Hamburger Kunst auf Sylt ausgestellt

 

Er liebt beides: seine Wahl-Heimat Hamburg und seine Heimatinsel Sylt. Deshalb hat Lars Wiggert (48) die unterschiedlichen Landschaften jetzt in Öl auf Leinwand festgehalten. Seine Ausstellung "Hamburg-Westerland: Die Landschaften einer Zugreise" wird gerade (bis 30. Juni) in der Stadtgalerie "Alte Post" auf Sylt gezeigt.  

 

Blick auf die Elbe und Dock 10

 

Die Bilderreise beginnt auf dem Altonaer Balkon mit Blick auf den Köhlbrand und endet auf der Promenade in Westerland. Lars Wiggert: "Hamburg und Sylt sind auf vielen Ebenen eng miteinander verbunden - und doch liegen Welten und Weiten dazwischen."

 

Lien Kaspari

BILD-Hamburg Kultur, 03.6.2014

 

 

Lars Wiggert gestaltet Titelbild des Lions Adventskalenders Südtondern  

 

"Dr. Heinz Pfannschmidt, derzeitig amtierender Präsident des Lions Club Südtondern e.V., begrüßte bei der Vorstellung des Lions Adventskalenders 2014 in der Nordsee Akademie, auch den „Wahl-Hamburger“ und Künstler Lars Wiggert, der als gebürtiger Sylter immer noch eng mit seiner Heimat-Region verbunden ist. Wiggert zeigte sich sehr erfreut, ziert doch sein Motiv „Die Himmel rühmen“ den diesjährigen Kalender.
  

Die Himmel rühmen

 

„Es ist schön bei so einem Projekt dabei zu sein. Ich freue mich, dass ein Bild von mir als Kalendermotiv dafür ausgewählt wurde.“ Zu sehen ist eine winterliche Landschaft, die so überall in Nordfriesland sein könnte. „Ich fand das Gedicht „Die Ehre Gottes aus der Natur“ von Christian Fürchtegott-Gellert, dessen erste drei Worte lauten: „Die Himmel rühmen“. So entstand das Motiv, das ich rund dreihundert Jahre nach Fürchtegott-Gellert auch als Widmung an ihn sehe“, erklärt Lars Wiggert sein Werk." 

 

Hansemann
Die Wochenschau Südtondern, 9. November 2014
   



Bilder wie aus einem Gedicht

 

Ohne Zweifel: Der Dichter Joseph von Eichendorff hätte an dieser Ausstellung mit Werken des Malers Lars Wiggert, die derzeit in Westerlands Stadtgalerie "Alte Post" zu sehen ist, seine helle Freude gehabt. Zwar wäre der große Dichter der Romantik zu seiner Zeit in eine Postkutsche gestiegen, um von Hamburg nach Nordfriesland zu gelangen. Wiggert dagegen ließ sich bequem und zügig mit der Marschbahn von seiner (Wahl-)Heimat Hamburg zum Geburtsort Sylt kutschieren. Und genau über diese Reise erzählen die Bilder, der er mit der Thematik "Hamburg-Westerland: Die Landschaften einer Zugreise" einen neugierig machenden Rahmen verlieh. "Ach, wer da mitreisen könnte," seufzte Eichendorff einst, als er das Signal einer nahenden Postkutsche vernahm. Es galt, in die Ferne zu schweifen und das Alte und Vertraute hinter sich zu lassen.

 

Abendhimmel über der Wilstermarsch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wiggert dagegen sieht sich vor der Abfahrt erst einmal um, bevor er eine Fahrkarte löst und einsteigt. Sein "Blick auf die Elbe und Dock 10" nimmt ebenso farbendüster und verklärt Abschied von Hamburg wie der "Blick vom Altonaer Balkon auf die Elbe und den Köhlbrand". Man scheint das Donnern der Autos, das Tuten des Nebelhorns oder das Scheppern der Dampfer aus den Bildern beinahe heraus zu hören. Dann aber geht es nordwärts. Der Ausstellungsbesucher wird nicht nur mit auf die Reise genommen, sondern in die knapp 60 Werke umfassende Bilder-Reisewelt geradezu mit einbezogen. Wie oft haben Sylter und Inselbesucher diese Reise in beide Richtungen wohl bereits unternommen? Angetreten voll freudiger Hoffnung auf Urlaub und Erholung. Oder mit Bedrückung und gespannter Erwartung, weil wichtige Termine und Entscheidungen anstanden? Verirrte und verlor sich da nicht unterwegs der Blick aus dem Zugfenster oft ziellos in der Landschaft, die draußen unaufhaltsam vorbei eilte? Da nahm man wahr, was man glaubte, schon immer und schon längst wahrgenommen und erfasst zu haben. Und sah doch nichts! Denn die Gedanken waren ganz woanders und blockierten das Sehen.  

 

Gästebucheintrag vom 17. Juni 2014

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lars Wiggert aber will uns mit den Bildern seiner Zugreise wieder das Sehen lehren. Es ist auch eigentlich kein Sehen mehr, vielmehr ein Schauen. Ein Schauen, das Vordergründiges entlarvt, als das, was es ist: lediglich Vordergrund. Wiggert macht mit seinen Bildern das Eigentliche, das Wesenhafte der Landschaft sichtbar: in ihrer Vielfalt, aber auch in ihrer meditativen Strahlkraft. Szenerien aus Dörfern und Landstrichen zeigen sich, in Öl auf Leinwand oder auf Papier gebannt, in nie oder kaum wahr genommener Eindringlichkeit. Gar Dramatik. Etwa im "Wintertag bei Langenhorn", in dem das ansonsten verschlafene Dörfchen zu einem blau-weißen Wechselspiel zwischen Himmel und Erde, Häusern und Wolken mutiert. Oder der stimmungsvolle Blick von der Hochbrücke auf den NOK", der die "eingefangene wunderschöne Stimmung" mit den "Farben, die das Herz berühren" (so Einträge im Gästebuch) zum affektiven Erlebnis werden lässt.  

 

Klaus Lorkowski
HALLO SYLT, 14
.6.2014 

 

 

Hamburg - Westerland: Die Landschaften einer Zugreise

 

Unter dem Titel "Hamburg - Westerland: Die Landschaften einer Zugreise" präsentiere ich eine Bildserie, in der die Landschaften zwischen meiner Wahlheimat Hamburg und meiner Heimatinsel Sylt zu sehen sind. Dass Sylt und Hamburg auf vielen Ebenen eng miteinander verbunden sind, dass aber Welten - und Weiten - dazwischenliegen, verdeutlichen meine Landschaftsdarstellungen.  

 

Die Landschaften unterscheiden sich für mich vor allem in ihrem Sound. Die langgestreckten Marschlandschaften Dithmarschens erinnerten mich an die langsamen Sätze von Bruckner, während ich mit Blick auf die stürmische Nordsee vor Westerland glaubte, dem Kampf der Elemente beizuwohnen, wie ihn Beethoven in seiner 9. Symphonie geschildert hat.  

 

Der ehemalige Erste Bürgermeister von Hamburg, Ole von Beust, beschreibt seine Eindrücke von der Zugfahrt mit den Worten: "Die Anblicke sind voller Abwechslung, lassen einen nachdenken und doch abschalten. Darum ist die Bahnfahrt bereits Bestandteil des Urlaubs, sei er noch so kurz. Die Erholung beginnt mit dem freien Kreisen der Gedanken, der Teilnahme an einer Landschaft und den Schicksalen."

 

Ausstellungsbegleitend erscheint ein Katalog (50 Seiten, 26 Bildtafeln, Format 21 x 20 cm) mit Beiträgen von Olaf Scholz, Ole von Beust, Annette Maas, Oliver Bugge, Peter Andresen, Karmers, Stefan Marquardt, Merret Lornsen, Malte Elbrächter, Christine Bolien, Frauke Wehrhahn, Gerhard Bumeder und Harry Kunz zum Preis von 10 Euro. Die Autoren zeichnen in ihren Beiträgen ein facettenreiches Bild von der Zugreise nach Westerland.

           

 

Die Ausstellung der Gemeinde Sylt ist vom 02. bis 28. Juni 2014 in der Stadtgalerie "Alte Post" in der Stephanstraße 4, täglich von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr zu besichtigen. Ich bin während der Öffnungszeiten persönlich in der Ausstellung anwesend. Der Eintritt ist selbstverständlich frei.  

 

Ich würde mich sehr freuen, wenn ich am Montag, den 2. Juni, um 18 Uhr viele Vernissage-Gäste begrüßen darf. Bürgervorsteher Peter Schnittgard wird meine Ausstellung mit einem Grußwort eröffnen. Dort wird auch Gelegenheit sein, den ausstellungsbegleitenden Katalog nach Wunsch von mir signieren zu lassen.  

 

Lars Wiggert

Hamburg, im Mai 2014 

 

  

Einzelausstellungen (Auswahl)

 

Landeshaus Schleswig-Holstein, Kiel 

Stadtgalerie "Alte Post", Westerland

Literaturhaus Schleswig-Holstein, Kiel 

Sparkassenstiftung Schleswig-Holstein, Kiel

Goethe-Institut, Hamburg

M. M. Warburg Bank, Hamburg

Landgericht, Kiel

Freilichtmuseum Molfsee - Landesmuseum für Volkskunde

Wirtschaftsministerium, Kiel

Hanse-Office, Brüssel

Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität, Hamburg

Nord-Ostsee Sparkasse, Westerland 

 

   

Presse (Auswahl)

 

Bilder, die "Fernwehfeuer" entfachen
 

Welch ein passender Rahmen für die Ausstellung "Vom entgrenzten Blick" des Sylter Malers Lars Wiggert. Insgesamt 41 Aquarelle und Ölbilder, vornehmlich im Frühjahr 2013 entstanden, sind gegenwärtig im oberen Rundgang des Westerländer Sparkassengebäudes zu sehen. Sie präsentieren sich in einer lichten und weitläufigen Räumlichkeit, die nicht passender für diese Ausstellungsthematik hätte gewählt werden können.
 

 

Frauke Zucker hieß den Künstler und eine ansehnliche Besucherschar am Montagabend als Vertreterin der Nord-Ostsee Sparkasse willkommen. Und drückte ihre Freude darüber aus, Wiggerts Bilder hier zeigen zu dürfen, "denn wir geben der Kunst gerne einen Raum."

Elke Harms, Ehrenvorsitzende der Sylter Kunstfreunde und dem Künstler seit Kindertagen verbunden (sie ermöglichte ihm vor 16 Jahren seine erste Ausstellung), stellte mit Blick auf die neuen Werke eine malerische Weiterentwicklung fest, die sich insbesondere durch intensivere Farbgebung und damit einher gehender Ausdrucksstärke verdeutlichte. Das mag mit Blick auf den Ausstellungstitel vor allem thematisch begründet sein. Weite, menschenleere Strände, pittoreske Dünenformationen vor weitem Horizont, geballte Wolkenbänke, entgrenzte Wiesenflächen und sich in der Unendlichkeit verlierende Meereswogen bestimmen Wiggerts Bilder. Sie alle sind Ausdruck einer Faszination und damit verbunden einer besonderen Rezeption von Landschaft, wie sie Wiggert insbesondere im norddeutschen Raum und auf Sylt empfand und künstlerisch verarbeitete. Lars Wiggert brachte genau diesen Gedanken bei seiner Begrüßung zum Ausdruck: die Naturerlebnisse, die ihn seit Kindestagen nicht nur begleiten, sondern seine Malerei geradezu "befeuern". Selbst von Erfahrungen mit dem zusammen wachsenden Europa ohne Grenzzäune spannte er den Bogen hin zum "entgrenzten Blick" in seinen Bildern.

   

Gäste der Vernissage in der Nord-Ostsee Sparkasse auf Sylt: Ute Kostrzewa, Gerlinde Röth, Cosmea Sprotte


Ist es da verwunderlich, dass einem beim Rundgang durch die Ausstellung ein altes Lied nicht aus dem Sinn gehen will? Das sich mit seiner Aussagekraft den Bildern Wiggerts immer wieder aufs Neue zugesellen will, weil es von der "Weite, die grenzenlos in sich das Leben erschließt" ebenso singt wie vom "Fernwehfeuer, das dahinten lässt, was schwer ist und hemmt". Und von einem Leben träumt, "das bunt ist wie Helgolands Stein". Dazu wollen die Bilder Lars Wiggerts dieses Mal (wohl auch) einladen. Sich dem Blick in die entgrenzte Weite in Muße und Bereitschaft zu stellen, mag der erste Schritt sein, um vom "Fernwehfeuer" gepackt zu werden. Nur Mut also...  

 

Klaus Lorkowski: Bilder, die "Fernwehfeuer" entfachen:
Sylter Nachrichten,
19.6.2013

                          

   

Weites blaues Land

 

Das nennt man Schaffenskraft! Genau ein Jahr ist vergangen seit dem Erscheinen des letzten Katalogs, da legt der 1966 auf Sylt geborene Kunstmaler Lars Wiggert seine nächste Sammlung vor: Lars Wiggert: Weites blaues Land, 48 S., Selbstverlag, 2012. Der Katalog enthält genau 30 in diesem Jahr auf Sylt entstandene Werke sowie 4 Sylter Motive aus den Jahren 2009 bis 2011. Er erschien anlässlich einer Ausstellung des Künstlers im Juni diesen Jahres in der Stadtgalerie "Alte Post" in Westerland. Neu scheint ein Wechsel in der Maltechnik vom Ölgemälde zum Aquarell, doch Wiggert verneint dies. "Mit Aquarellen begann meine Malerei", berichtet er und spricht von der Aquarellmalerei als einem "sportlichen Ereignis, das mich zu sofortiger Ausführung zwingt". So sei für starke Emotionen das Aquarell das passende Medium. Seinen neuen Bildern ist dies anzusehen, sei es die "Steilküste bei Kampen", die "Morgenstimmung am Morsumkliff" oder die "Aufkommende Gewitterfront". So kann man denn auch den Worten der Westerländer Bürgermeisterin Petra Reiber zur Ausstellungseröffnung uneingeschränkt zustimmen: "Lars Wiggert versteht es wie kein anderer, das weite blaue Land einzufangen und beim Betrachter tiefe Gefühle zu wecken."

 

Harry Kunz

Nordfriesland, Nr. 179, September 2012   

 

   

Das Paradies des Helmut Schmidt

Charlottenburg - Erklären diese Bilder, warum Helmut Schmidt (90) noch immer der beliebteste deutsche Kanzler ist?

 

Ölgemälde vom Brahmsee (20 km nordwestlich von Kiel) - dort, wo die Schmidts seit 1958 ihre Sommer- und Wochenendresidenz haben. Der Sylter Maler Lars Wiggert (42) bekam Zutritt zur Seeterrasse des Hauses - und malte den See aus der Sicht des Kanzlers. Wiggert: "Ich bewundere Schmidt seit Langem. Er ist der einzige Kanzler, der wirklich von den Musen geküsst ist. Ich habe bei seinem Büro angefragt und bekam sofort eine Zusage." Otti Heuer, 26 Jahre Schmidts Leibwächter, chauffierte Wiggert zum Brahmsee - im Frühjahr, Sommer und Herbst. Der Künstler: "Während ich stundenlang Eindrücke sammelte, harte Heuer geduldig in einem Wartehäuschen aus." Auf dieser Terrasse also genießen die Schmidts ihren Kaffee in wärmender Sommerluft, hier startete Schmidt bis zum 80. Lebensjahr seine Segelausflüge. Wiggert: "Es ist ein Erlebnis der totalen Stille. Nur manchmal hört man den Paddelschlag eines Ruderers oder das Rauschen der Blätter im Wind." Schmidt selbst erklärte seine Liebe zum Brahmsee so: "Viel Grün, blaues Wasser, darüber der riesige graue norddeutsche Himmel."  


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Wiggert: "Ich habe versucht, die Faszination Natur aus dem Blickwinkel der Schmidts zu erfassen und habe gespürt: Aus dieser Stille erwächst Kraft. Meine Verehrung zu Schmidt hat sich sogar noch verfestigt." Er malte gleich 80 Bilder, was der Alt-Kanzler mit einem zurückhaltenden "Oha" kommentierte. Eines davon hängt in seinem Archiv. Sieben weitere Brahmsee-Bilder sind morgen bei Jutta Rubach & Partner" (Windscheidstr. 19) zu sehen uns zu erwerben.

 

Roland Keitsch

BILD-Berlin Kultur, 02.4.2009